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Museum des Bäuerlichen Lebens
Das Museum des bäuerlichen Lebens und der Volkstraditionen „Gino Orlando“ macht die Räume des Herzogspalasts zu einer kollektiven Biografie des südlichen Salento. Es entstand 1990 aus örtlicher Initiative und ehrenamtlicher Arbeit und wuchs durch private Schenkungen auf mehr als tausend Originalobjekte. Ländliches Leben erscheint hier nicht als malerische Kulisse: Die Sammlung dokumentiert Wissen, körperliche Arbeit und kleine Erfindungen, die Alltag und Haushalt vor der Mechanisierung der Landwirtschaft prägten.
Die landwirtschaftliche Abteilung verfolgt Tätigkeiten wie Pflügen, Getreideverarbeitung und Olivenernte und zeigt Werkzeuge von Tuffsteinarbeitern, Tischlern, Schmieden, Schustern und umherziehenden Reparaturhandwerkern. Im Obergeschoss richten rekonstruierte Wohnräume den Blick auf weniger sichtbare Arbeit: Kochen, Wäsche im traditionellen cofano, Vorbereitung der Aussteuer und Weben an einem großen funktionsfähigen Webstuhl. So wird jedes Objekt mit einer Tätigkeit und einer Jahreszeit verbunden, statt nur als altes Werkzeug ausgestellt zu sein.
Besonders aufschlussreich ist der Museumsbesuch nach einer unterirdischen Ölmühle. Die Mühle erklärt einen spezialisierten Produktionszweig; die Sammlung ergänzt das größere Netz von Höfen, Werkstätten und Haushalten, das ihn trug. Der Palast als Standort erzeugt einen weiteren spannenden Kontrast: Die materielle Kultur von Bauern und Handwerkern wird in einem früheren Adelssitz gezeigt.
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