Die mittelalterliche Befestigung prägt den alten Kern Acquaricas. Das Museum zeigt die örtliche Verarbeitung von Sumpfbinsen zu Körben und Pressfiltern.
Die kleine Landkirche gehört zur historischen Landschaft von Celsorizzo, in der Sakralbauten, befestigte Landwirtschaft und Ölproduktion zusammentrafen.
Terrassen, Trockenmauern, Liame, alte Olivenhaine und Reste der mittelalterlichen Siedlung Pozzo Mauro prägen den 132 Meter hohen Rücken über Presicce. Erhalten sind auch Ruinen der Specchia beziehungsweise Torre di Pozzomauro und Spuren früher Felsmühlen.
Santa Maria degli Angeli und Kloster der Reformierten
Die ab 1598 nahe der verschwundenen Siedlung Pozzo Mauro errichtete Kirche bewahrt ein verehrtes Marienbild, Holzaltäre sowie die beiden Chöre des Franziskanerkomplexes. Das Kloster diente später auch bürgerlichen und karitativen Zwecken.
Die kleine Landkapelle liegt zwischen dem Angeli-Kloster und den Höhen von Pozzomauro neben einer möglichen basilianischen Felssiedlung. Sie verbindet die mittelalterliche Sakrallandschaft mit den späteren religiösen Stiftungen Presicces.
Die Straßenkapelle des späten 19. Jahrhunderts steht auf der Serra di Pozzomauro. Zwei Fialen und eine offene Nische prägen die Fassade; innen befinden sich ein Altar aus Lecce-Stein und ein Bild der Schmerzensmutter.
Kleine Andachtskapelle des frühen 20. Jahrhunderts an der alten Straße nach Alessano, erkennbar an der gebrochenen Fassadenlinie und dem kleinen Glockengiebel. Traditionell führten am Dienstag nach Pfingsten Wallfahrten hierher.
Gaspare Arditi ließ das private Oratorium 1767 gegenüber dem Familienpalast errichten und Maria sowie Josef weihen. Die leicht konkave spätbarocke Fassade, das Wappen und der bewegte Abschluss machen es zu einem besonders feinen Kleinbau.
Die in den 1930er-Jahren aus dem Vermächtnis Don Agostino Meles errichtete Kapelle wurde Sitz der Aloisius-Bruderschaft. Sie ergänzt das ältere Ensemble an der Piazza del Popolo um eine Andachtsschicht des 20. Jahrhunderts.
Die barocke Andachtssäule erhebt den Schutzpatron Presicces über einem balustrierten Sockel. Vier Frauenfiguren stehen für Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung und verbinden bürgerliche Identität mit den Kardinaltugenden.
Die Residenz Villani entstand aus einem älteren Adelshaus, das 1701 durch Heirat erworben wurde. Im frühen 20. Jahrhundert erhielt sie eine neue Fassade aus hartem Carparo-Stein; Nachbarbauten und eine kleine Kapelle wurden in eine markante neobarocke Eckkomposition einbezogen.
Das 1948 zum Gedenken an Hauptmann Giuseppe Villani eröffnete Kino-Theater bot 424 Plätze, Filmvorführungen, eine Bühne für ein ganzes Orchester und Varietéprogramme. Nach einem Umbau 1970 schloss es Ende 1985; seine unverwechselbare Fassade erinnert bis heute an Presicces gesellschaftliches Leben der Nachkriegszeit.
Als eine der wichtigsten Residenzen an Presicces historischer Adelsstraße ist der Palazzo Arditi mit einer Familie von Gelehrten, Architekten und Amtsträgern verbunden. Palast, Wirtschaftsgebäude und gegenüberliegende Familienkapelle bilden ein besonders geschlossenes aristokratisches Ensemble.
Der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtete Palazzo Alberti verbindet Läden im Erdgeschoss mit der Wohnung im Obergeschoss. Dekorative Keramikfliesen und ein Balkon aus verschränkten Bögen setzen einen ungewöhnlich modernen Akzent in der Altstadt.
Der Notar Giacomo Adamo errichtete Mitte des 16. Jahrhunderts dieses zurückhaltende Haus im Viertel Padreterno. Hinter der eingeschossigen Fassade liegt ein Garten des 18. Jahrhunderts mit zwei sich kreuzenden Pergolaachsen und einer kleinen Zierädikula.
Der mehrfach umgebaute Palazzo Lia bewahrt einen gedrückten Eingangsbogen mit volutenartigen Kapitellen, eine zurückgesetzte Loggia und ein Portal des 18. Jahrhunderts im Hof. Die Abfolge zeigt, wie Presicces Wohnbauten durch Ergänzungen weiterwuchsen.
Die Residenz Valentini gehört zur dichten Folge adeliger Häuser an der ältesten Stadtachse. Das kommunale Inventar verzeichnet ihren Bestand des 19. Jahrhunderts; örtliche Führer heben das historische Portal und dekorierte Innenräume hervor.
Der Palazzo Martano gehört zu den bemerkenswerten Häusern am Corso Italia, der historischen Donnica-Straße. Örtliche Darstellungen heben seine Mosaikböden und die Anordnung der herrschaftlichen Räume über den Wirtschaftsräumen hervor.
Zwischen Via Garibaldi und Via Eugenio Arditi, Presicce
Palazzo Cara
Zum erhaltenen Bestand des Palazzo Cara aus dem 16. Jahrhundert gehören ein langer Mignano-Balkon auf kleinen Volutenkonsolen und ein Rustikaportal. Eine Inschrift im Hof dokumentiert die lange Nutzung und spätere Veränderungen.
Der um 1600 von der Familie Pepe errichtete Palazzo Soronzi steht an einem der höchsten Punkte der Altstadt. Monumentalportal, zurückgesetzte Loggia mit durchbrochener Brüstung und Spuren eines Schlachtenfreskos machen ihn zu einem besonders eindrucksvollen, zugleich gefährdeten Adelshaus.
Diese Residenz des späten 18. Jahrhunderts gehört zur stärker theatralischen Phase der Adelsarchitektur Presicces. Portal, Balkon und Rokokorahmen bündeln den Schmuck um den Haupteingang.
Der einst mit dem Anwesen Seracca-Guerrieri verbundene Palazzo des frühen 20. Jahrhunderts gehört zur jüngeren Schicht repräsentativer Wohnbauten. Er zeigt, wie alte Familienkomplexe im Zuge der Modernisierung geteilt, umbenannt und umgestaltet wurden.
Das zweigeschossige Haus des 16. Jahrhunderts bewahrt fein gearbeitete Fenster, einen Konsolbogenfries und einen Garten, der einst einer Nebenlinie der Fürstenfamilie diente. In den früheren Wirtschaftsbereichen steht noch ein runder Taubenturm.
Fabrizio Guarino Junior stiftete die Kirche 1619 nach einem Gelübde an Karl Borromäus. Die ehemalige Pfarrkirche bewahrt Barockaltäre, bedeutende Holzskulpturen, eine Orgel und die Verkündigungskapelle von 1664 neben der mittelalterlichen Burg.
Carlo Luigi Arditi entwarf die heutige Kirche 1883 für eine wesentlich ältere Verehrung. Der 1901 begonnene und 1924 eröffnete Bau zeigt mit einschiffigem Grundriss, geschnitztem Portal und markantem Glockenturm zugleich Anspruch und finanzielle Grenzen.
Die 1975 als vierte Pfarrkirche Acquaricas eröffnete zeitgenössische Kirche reagiert auf das Wachstum des 20. Jahrhunderts. Emaillemosaiken aus Venedig mit Kreuzweg und Auferstehung beleben den zurückhaltenden Innenraum.
Die Landkirche steht nahe der antiken Via Sallentina zwischen Olivenfeldern und Trockenmauern. Im 16. Jahrhundert erneuert und 1701 restauriert, bewahrt sie Marienfresken; mittelalterliche Gräber und römische Funde belegen die längere Geschichte Pompignanos.
Die kleine Franziskuskapelle bildet den sakralen Teil des befestigten Adelssitzes von Acquarica. Zusammen mit Turm, Hof und Palasträumen erinnert sie daran, wie Gottesdienst und adliges Wohnen den Burgkomplex teilten.
Ländlicher Komplex Celsorizzo, westlich von Acquarica
Kapelle des heiligen Nikolaus in Celsorizzo
Die Nikolauskapelle gehört zur befestigten ländlichen Welt von Celsorizzo, in der mittelalterlicher Turm, Gutshof, Taubenturm und unterirdische Ölmühlen ein eigenständiges Anwesen bildeten. Als eigener Ort erhält sie ihren Platz in dieser Agrargeschichte zurück.
Luigi Boccadamo stiftete 1905 die nur fünf mal fünf Meter große Kapelle. Schlichte Fassade und intime Proportionen bewahren den Charakter einer privaten Andachtsstiftung, die später in die wachsende Stadt einbezogen wurde.
Donato Occhilupo und Carmela Grezio stifteten die Votivkapelle 1963 nach einer empfangenen Gnade. Lokaler Stein, farbiges Rundfenster und wellenförmiger Giebel übertragen traditionelle Andachtsarchitektur in die Formensprache des 20. Jahrhunderts.
Einer der größten Andachtskalvarienberge der Provinz entstand nach der Genesung Salvatore Giulios von schwerer Krankheit und erfüllte das Gelübde seiner Eltern Alfredo und Addolorata Olimpio. Eine persönliche Dankesgeschichte wurde so zum öffentlichen Monument.
Piazzetta De Pretis und Via Giordano Bruno, Acquarica
Palazzo Grezio-Maggio
Das befestigte Haus des frühen 17. Jahrhunderts steht unmittelbar südlich des ehemaligen Burggrabens. Vermutlich Kaserne und Beobachtungsposten, besitzt es einen Hofbogen mit christlich-militärischem Motto und mächtige vorkragende Balkone auf Steinkonsolen.
Das Herrenhaus des frühen 18. Jahrhunderts folgt der für den Salento typischen Folge aus Eingangshalle, teilweise überdecktem Hof, Wirtschaftsräumen, Garten und Treppen zum Wohngeschoss. Die Nutzung eines größeren Haushalts ist noch gut ablesbar.
Zwischen Piazza Municipio und Via Pedaci, Acquarica
Palazzo Carmela De Leo — Speculizzi
Der um 1800 aus Stein der Acquarica-Steinbrüche errichtete zweigeschossige Palazzo verbindet Stern- und Muldengewölbe. Im Erdgeschoss befand sich einst eine lange Herberge mit Stall, die den Bürgerplatz mit dem Reiseverkehr verband.
Der vermutlich 1821 entstandene Palazzo war Wohnhaus des Arztes und Hauptmanns Giovanni Colella, eines Freundes des Forschers Cosimo De Giorgi. Colella bewahrte hier eine heute verlorene Sammlung orientalischer Objekte auf und verlieh dem Haus auch eine Gelehrtengeschichte.
1881 beauftragte der Gemeinderat Carlo Luigi Arditi mit dem Entwurf des neuen Rathauses. Der als Bürgerpalast errichtete Bau machte die Piazza Municipio zum architektonischen Zentrum der im 19. Jahrhundert wachsenden Stadt.
Gegenüber der Westseite der mittelalterlichen Burg steht der Palazzo Macagnino als feines Jugendstilhaus. Eine monumentale Treppe führt vom vielseitigen Wirtschaftsgeschoss mit Oratorium, Ölmühle, Ställen und Lagern zu den acht Räumen des Piano nobile.
Die restaurierte Residenz des 19. Jahrhunderts war das Elternhaus des Unterleutnants Angelo Pedaci, der 1915 am Monte San Michele fiel. Gebäude und Straßenname verbinden Acquaricas Wohnarchitektur mit der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg.
Der Anfang der 1940er-Jahre in traditioneller Mauertechnik mit Jugendstildetails errichtete Palazzo Villani war das letzte große Wohnhaus, das von den alten örtlichen Bauhandwerkern geschaffen wurde. Mit dem Parco San Carlo markiert er den Übergang von der Altstadt zur modernen Bürgerlandschaft.
Die ursprünglich Villa Egilda genannte Backsteinvilla des frühen 20. Jahrhunderts gehörte Oberstleutnant Noè Stasi, Militärschriftsteller, Bürgermeister und Initiator des Kriegerdenkmals. Sie ist eines der seltenen erhaltenen Beispiele einer Vorstadtvilla in Acquarica.
Die stillgelegten Tuffsteinbrüche Acquaricas, örtlich tajate genannt, schneiden eindrucksvolle geometrische Hohlräume in die Landschaft. Sie lieferten den Stein für Häuser und Paläste und erscheinen heute zugleich als Industrielandschaft und atmosphärischer Freiraum.